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Die Fahrgestellnummer und das Fabrikschild beim Kettenkrad

System der Fahrgestellnummern

Die Fahrgestellnummern der Kettenkräder folgen einem bestimmten Schema, wobei zwischen den Fahrgestellnummern der Fahrzeuge aus Kriegsproduktion (bis ca. Februar 1945) und aus Nachkriegsproduktion (ab August 1945) zu unterscheiden ist.

Kriegsproduktion (1940 - Anfang 1945):

Die Fahrgestellnummern sind immer sechsstellig und bestehen nur aus Ziffern. Die ersten beiden Ziffern sind ein Modellcode, die letzten vier Ziffern sind die laufende Nummer.

Die Bedeutung der ersten beiden Ziffern ist:

  • "11" = Kleines Kettenkrad HK101, produziert bei NSU, Neckarsulm
  • "31" = Sonderanhänger 1, der Anhänger für das kleine Kettenkrad
  • "41" = Kleines Kettenkrad HK101, produziert bei Stoewer, Stettin

Die dazwischen liegende Nummer "21" wurde augenscheinlich nicht vergeben. Möglicherweise war sie reserviert für das große Kettenkrad HK102.

Ein bei NSU in Neckarsulm gebautes Kettenkrad aus Kriegsproduktion hat also eine Fahrgestellnummer nach dem Muster "11XXXX", wobei XXXX die laufende Fertigungsnummer ist. "110001" war also das erste produzierte Kettenkrad.

Die Fahrgestellnummer ist vorn am Steuerkopf eingeschlagen und zusätzlich auf dem Fabrikschild eingeschlagen.

Nachkriegsproduktion (August 1945 - 1948):

Kettenkräder aus Nachkriegsproduktion hatten eine dreistellige Fahrgestellnummer, welche eine reine Zählnummer war. Das erste Nachkriegskettenkrad hatte also die Nummer "001" und das letze wahrscheinlich die Nummer "550".

Die Nummer ist ebenfalls auf den Steuerkopf und auf dem Fabrikschild eingeschlagen.


Fabrikschild

Alle Kettenkräder verfügten über ein rechteckiges Fabrikschild, welches vorn auf der senkrechten Frontwand der Wanne angenietet war. Im Laufe der Produktionsjahre gab es verschiedene Fahrikschilder und auch verschiedene Positionen auf der Frontwand.

Kriegsproduktion:

Zuerst ein frühes Fabrikschild von 1942:

Fabrikschild Version 1

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Hier ist der Herstellername "NSU Werke AG" noch voll ausgeschrieben.

Später durften die Herstellernamen auf den Produkten nicht mehr im Klartext stehen, sondern nur noch als Herstellercode. NSU erhielt den Herstellercode "auq". Um aber die alten Fabrikschilder weiter verwenden zu können, wurde einfach oben das Stück mit dem Text "NSU Werke AG" ausgestanzt und der Herstellercode "auq" in das Feld für das Baujahr eingeschlagen:

Fabrikschild Version 2

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Als diese Schilder aufgebraucht waren, gab es wohl Schilder, die oben ein Feld hatten, auf dem der Herstellercode "auq" eingeschlagen wurde:

Fabrikschild Version 3

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Allerdings bin ich mir bei diesem Schild, im Gegensatz zu den anderen Schildern, nicht absolut sicher, ob es sich tatsächlich um ein originales Schild handelt.

Nachkriegsproduktion

Bei den Fahrzeugen der Nachkriegsproduktion wurde nicht mehr der Herstellercode "auq" angegeben, sondern es stand wieder der Herstellername "NSU" im Klartext in dem oberen Feld. Natürlich haben diese Fahrzeuge auch keinen Abnahmestempel vom Heereswaffenamt mehr.

Fabrikschild Version 4

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Dieses letzte Fabrikschild gehört zu dem Kettenkrad mit der Fahrgestellnummer 058, Baujahr 1945. Allerdings Herbst 1945 und damit aus Nachkriegsproduktion. Das Fahrzeug steht im Panzermuseum Munster.


Vielleicht hat ja auch jemand noch bessere Bilder von originalen Fabrikschildern. Insbesondere über ein besseres Bild eines Fabrikschildes der Version 2 und 3 würde ich mich freuen.

Email: anfrage@kettenkrad.de


© Andreas Mehlhorn 2011